19 72
Aguirre, der Zorn Gottes
Regie: Werner Herzog
Deutschland
Darsteller: Klaus Kinski, Ruy Guerra, Helena Rojo, Peter Berling

Eine Gruppe Konquistadoren ist auf der Suche nach dem sagenhaften El Dorado im südamerikanischen Dschungel und wird durch "unsichtbare" Indios und gegenseitige Machtkämpfe solange dezimiert, bis schließlich der wahnsinnige Aguirre übrigbleibt und sich selbst zum Kaiser ernennt.

Bei den gefahrvollen Dreharbeiten auf dem Amazonas kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem launenhaften Kinski und Regisseur Werner Herzog, was die Stimmung so sehr aufheizte, daß es später hieß, die angstvollen Gesichter der übrigen Darsteller seien keineswegs nur gespielt.
Herzog gelang mit diesem Abenteuerfilm einer der wenigen großen internationalen Erfolge des 'Neuen Deutschen Films'.

Bertoluccis Skandalfilm des Jahres:
Der letzte Tango in Paris
Regie: Bernardo BertoIuccii
Italien
Darsteller: Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Massimo Girotti

Heftige Beifallstürme und lautstarke Buhrufe mischten sich bei der Uraufführung des Films in New York. Im Entstehungsland Italien wurde er sogar als "pornographisch" verboten. Bertolucci landete den Skandalfilm des Jahres in dem es ausschließlich um die reine Lust geht.

Marlon Brando in der Rolle des alternden Amerikaners in Paris, der bei einer Wohnungsbesichtigung eine junge Französin kennenlernt und ein Verhältnis der reinen Körperlichkeit mit ihr anfängt, schockierte einmal mehr Kritiker und Publikum.

Ohne das Klima der sexuellen Befreiung Anfang der 70er Jahre wäre dieser und andere Filme z.B. wie "Der Nachtportier" von Liliana Cavanis oder Pier Paolo Pasolinis
"Erotische Geschichten aus 1001 Nacht", 1974, nicht denkbar gewesen.
  Isī was Doc?
Whatīs up Doc?
Regie: Peter Bogdanovich
USA
Darsteller: Barbra Streisand, Ryan OīNeal, Kenneth Mars

Eine junge, temperamentvolle Studentin, deren Mundwerk nicht stillsteht, lernt auf einem Kongreß einen unbeholfenen Musikwissenschaftler kennen. Er erlebt mit ihr unfreiwillig turbulente Situationen. Die Komödie endet irgendwo zwischen Krimi und Liebesgeschichte in einer wahnwitzigen, einzigartigen Verfolgungsjagd durch die Strassen von San Francisco.

Die sympathisch-verrückten Helden in der völlig überdrehten Handlung belebten die amerikanische Tradition der 'screwball'-Komödien der 30er Jahre auf gelungene Weise wieder, worin sich der große Erfolg des Films begründet.

   
Was Sie schon immer über Sex wissen wollten...
Everything You Always Wanted to Know about Sex, but Were Afraid to Ask...
Regie:
Woody Allen
USA
Darsteller: Woody Allen, Gene Wilder, John Carradine, Lou Jacobi, Tony Randall

In amüsanten Episoden reagierte Allen auf andere "Aufklärungsfilme" der sexuellen Revolution und läßt keine Frage offen: Wie wirkt Aphrodisiakum, wie leben Transvestiten usw. Ein Psychiater verliebt sich in ein Schaf und Spermien müssen sich für den Abschuß bereithalten.

Der Film kam vorerst in den USA nicht in die Verleihe, im prüden Amerika kam der Allenīsche Humor mit Biß nicht an.

 
   

Der diskrete Charme der Bougeoisie
Regie: Luis Buñuel
Frankr./Ital./Span.
Darsteller:
Fernando Rey, Delphin Seyrig, Stéphane Audran, Jean-Pierre Cassel

Buñuel benutzt ein verhindertes Essen eines Botschafters mit seinen Partnern im Rauschgifthandel als Vehikel einer turbulenten Komödie. Wieder verpackte er seine Attacken gegen Bürgertum, Staat und Kirche in grotesken, schwarzen Humor.